Brauerei Ganter - News

03.11.2015

"Prof. Dr. Gerstenkorn" alias Eberhard Haist führt durch die Brauerei Ganter.

 

„Verschtehet Ihr alle Schwäbisch? Wenn net, tut’s mir leid“ - mit dem rauen Charme der ungeliebten Bundesland-Nachbarn im Osten eröffnet der Tübinger „Bierologe“ Dr. Theobald Gerstenkorn eine launige Erlebnis-Führung mitten in Südbaden. Schauplatz ist die Brauerei Ganter: Die Tour durch die Hallen und die Geschichte des Familienbetriebs an der Schwarzwaldstraße ist das nunmehr sechste Angebot, mit dem man bei Ganter einen Blick hinter die Kulissen, vor allem aber viel Wissen und Unterhaltung rund ums deutsche Nationalgetränk bietet.

 

Erstaunlicherweise startet die einstündige Runde am dekorativen Ganter-Brunnen, mit einem ordentlichen Schluck Wasser. Mit dessen Hilfe verrät der mit Arztkittel, Stethoskop, Fliege und Hosenträger ausstaffierte Bier-Wissenschaftler gleich einiges über den Hauptinhalt des menschlichen Körpers sowie des Bräus und seine übrige Zusammensetzung.

 

Auf sechs Stationen zwischen Sudhaus und historischem Kesselhaus lernen die Teilnehmer nicht nur Stadtgeschichtliches, sondern vor allem unterhaltsame Medizin-Fakten rund ums Bier: Warum nicht nur Kleopatra, sondern auch Pfarrer Kneipp auf Bier schworen, warum die eine Zutat zwar Adrenalin freisetzt, eine andere aber dämpfend wirkt und warum gleich alle vier „H“ – Herz, Hirn, Harn und Haut – mit dem Bräu gepflegt werden.

 

Darüber doziert Dr. Gerstenkorn, während vor sprungturmhohen Stahltanks ein sogenannter „Zwickel“ in die Gläser der Gäste fließt. Aber auch die Umkehrosmose, sowie eine kurze Begegnung mit dem Paletten abladenden Roboter im Fasskeller und die zeitgeschichtliche Einordnung von Brauereipech kommen nicht zu kurz und werden anfassbar.

 

Das Ganze wird nicht nur über die liebenswerte Figur des fiktiven Brauerei-Professors, sondern durch die recht faktenreiche Expertise des Herrn Professor Doktor Gerstenkorn in Sachen Bier zu einem schönen Programm. Nicht zuletzt durch wiederkehrende „Running Gags“ mit dem Publikum und etwas Interaktivität, die mitten auf dem Hof der Brauerei etwas Schauspielkunst von zweien der Teilnehmer abfordert. Mehr wird an dieser Stelle nicht verraten.

 

Weil der ganze Wissensdurst am Ende doch wieder in Durst mündet, und weil Bier, wie man inzwischen weiß, ja regelrechte Wellness-Kräfte freisetzt, findet im imposanten Kesselhaus schließlich die abschließende Verkostung eines Pils’ statt. Am Ende geht Probieren dann doch über Studieren.

„Bierologie“ und anderes Wissen