Brauerei Ganter - News

26.05.2014

Ökologisch und ökonomisch auf dem besten Wege
Der Tradition verpflichtet - im Herzen modern.

Freiburg: Trotz bundesweit sinkendem Bierabsatz schaut die Brauerei Ganter positiv in die Zukunft und zieht ein Jahr nach Abschluss der Modernisierungsmaßnahmen, eine erste, positive Bilanz: Die neue Brauerei nahm im Januar 2011 ihren Betrieb auf und bereits heute, ein Jahr danach, zeigt sich deutlich, dass die Investition sowohl in ökologischem wie ökonomischen Sinne richtig war.

 

Für die Traditionsbrauerei Ganter – gegründet 1865 und seitdem ein wichtiger Bestandteil der Region nicht nur im gastronomischen, sondern auch im wirtschaftlichen Sinne – sind Begriffe wie Heimat, Umweltbewusstsein, Verantwortung für die im „Ganterland“ arbeitenden Partner und Zulieferbetriebe kein leeres Wort. „Wir wollen dort wirken, wo wir leben, wo wir uns wohlfühlen und wo unsere Freunde sind“, lautet ein wichtiger Leitsatz des Unternehmens. Bier von Ganter: das ist weichstes Schwarzwaldwasser aus vier eigenen, 40-60 m tiefen Brunnen; das ist Malz, das aus Getreide aus regionalem Anbau gewonnen wird; das ist Hopfen höchster Reinheit, der in traditionellen Anbaugebieten wie der Hallertau und rund um Tettnang geerntet wird; und das ist schließlich Reinzuchthefe, also Hefen völlig gleicher Heferassen, die eine gleichbleibende Bierqualität garantieren – selbst in eigenen Reinzuchtanlagen kultiviert.

Bierbrauen bringt Abläufe mit sich, die neben der Qualität auch unter ökonomischen, heute aber auch unter ökologischen Gesichtspunkten betrachtet werden müssen. So muss beispielsweise das Malz für helles Bier bei etwa 80° Celsius getrocknet werden, für dunkles hingegen bei 100° Celsius. Oder obergärige Hefe vergärt den Malzzucker der Bierwürze zwischen 15 und 20° Celsius, untergärige Hefe zwischen 10 und 18° Grad. Diese Beispiele machen deutlich, dass unterschiedliche Temperaturen während des Brauprozesses wichtig sind und sich daraus für eine moderne, nachhaltige Brauerei automatisch die Frage nach der ökonomisch wie ökologisch effektiver Energienutzung stellt.

Die Umbaumaßnahmen nach modernsten technischen und organisatorischen Standards, mit 16 neuen Gär- und Lagertanks, fünf Drucktanks, einer neuen Filter – und + Fassabfüllung zwei Hefereinzuchtanlagen, einem Kieselgurfilter sowie einer robotergesteuerter Palletierungsanlage, dem Hopfenlagerkeller, modernste Versorgungsleitungen, eine Kälteanlage und neue Luftkompressoren zeigen nun Werte, die sich sehen lassen können:

Die Grundsätze – regionale Verbundenheit und höchste Qualität des Produktes – bilden den Rahmen für die Anlagen der neuen Brauerei. Allein die Umstellung von Raum- auf Einzeltankkühlung brachte eine Energieeinsparung von rund 50 Prozent! Die neue Kälteanlage benötigt zudem nur noch etwa 60 kg Ammoniak – die alte davor 9.000 kg! Nebenbei konnte durch neue Produktionsverfahren auch der Wasserverbrauch drastisch gesenkt werden.

Weniger Stromverbrauch belastet nicht nur die Umwelt, er trägt auch zu einer deutlichen Senkung der Kosten bei. Obwohl die Strompreise gestiegen waren, konnte Ganter bei seiner Stromrechnung deutlich einsparen. Gewonnen hat auch die Umwelt: tausende Tonnen CO² konnten so eingespart werden. Betrug der Jahresstromverbrauch beispielsweise 2007/08 noch 2.792.080 kWh und sank langsam über 2.510.440 (2008/09) auf 2.204.080 kWh (2009/10), so rutschte er im ersten Geschäftsjahr 2010/2011) mit der neuen Brautechnik deutlich nach unten: 1.552.168 kWh wurden verbraucht! Dabei muss berücksichtigt werden, dass erst ab Februar 2011 die neuen Einrichtungen zum Tragen kamen und Teile der alten Technik noch bis in den März genutzt wurden, so dass vom Beginn des Braujahres im Oktober bis März noch alle oder zumindest Teile der alten Anlagen im Einsatz waren. Dennoch konnte der durchschnittliche Verbrauch pro Monat von 183.673kWh in 2009/10 auf 129.347 kWh in 2010/11 gesenkt werden! Umgerechnet auf die Produktion bedeutet dies, dass im ersten Jahr nach dem Umbau der Stromaufwand pro Hektoliter im Schnitt um die 10 kWh betrug: zuvor war er doppelt so hoch. Dies belegt, dass der relative Stromverbrauch um rund fünfzig Prozent gesenkt werden konnte.

Beim Verbrauch an Erdgas trug nicht nur die neue Technik zu deutlichen Einsparungen bei. Der gesamte Herstellungsprozess wurde nach Energieeinsparungsmöglichkeiten durchleuchtet und wirtschaftlichen Sudzyklen wurden eingerichtet. Der Erdgasverbrauch, gemessen in kWh, war von seinem hohen Stand 2007/08 mit 9.307.262 kWh kontinuierlich gesunken, auf schließlich 6.489.560 kWh in 2009/10. Im Braujahr 2010/11 mit seinen bekannten Einschränkungen gelang es, den Verbrauch auf 4.909.848 kWh zu drücken. Damit sank der Durchschnittsverbrauch binnen vier Jahren von775.605 kWh auf 490.985 kWh, knapp 38 Prozent. Dabei wurden dann auch pro gebrautem Hektoliter statt 73,24 kWh nur noch 52,77 kWh/HL verbraucht. Leider wird ein Teil dieser Einsparungen wieder durch steigende Gaspreise vernichtet. Auch die winterlichen Temperaturen spielen keine untergeordnete Rolle. Schließlich werden alle Gebäude der Brauerei mit Gas beheizt – die Abwärme aus dem Sudprozess reicht dafür leider nicht aus.

Stromverbrauch der Brauerei GANTER

„Wir sehen unsere Zukunft als Brauerei im Herzen Freiburgs, die sich der ökologischen Verantwortung stellt und die in Nachhaltigkeit investiert und dies auch lebt. Uns freut ganz besonders, dass wir seit dem Umbau zu einer „Brauerei der kurzen Wege“ von unseren Kunden hören, dass sich das Bier geschmacklich verbessert hat und deutlich frischer wahrgenommen wird.“ so Katharina Ganter-Fraschetti in der Geschäftsleitung für das Marketing zuständig.

Rekapituliert man die Einsparungen bei Gas, Wasser und Abwasser, dann kann man festhalten, dass die Entscheidung für eine „neue Brauerei“ die richtige war – ökonomisch wie ökologisch. Ganter hat hierbei nicht nur unternehmerischen Weitblick bewiesen, sondern auf eindrucksvoll belegt, dass Ökologie und Ökonomie keine Gegensätze sein müssen: Ganter tut etwas – für seine Brauerei, seine Mitarbeiter und für die Region und die Menschen, die hier leben.

Eben „Ein Bier wie unser Land!“