| Historie |
BRAUEREI GANTER Aus seiner kleinen Hausbrauerei, von Ludwig Ganter 1865 am ehemaligen Wohnsitz des Humanisten Erasmus von Rotterdam in der Freiburger Innenstadt gegründet, ist heute eine innovative und leistungsstarke Privatbrauerei geworden. Mit aller Kraft und noch dazu erfolgreich behauptet sich die Bierbrauer-Familie Ganter in vierter Generation gegen alle Anfechtungen der „Großen" und der „Billigen" mit dem „Echten" und „Eigenen". 1841 in die Erfinderzeit der Biersorten geboren - Lagerbier und Pilsener erblickten gerade das Licht der Brauereiwelt - hat der von allen „Louis" gerufene Wirtssohn Ludwig Ganter eine Vision, an der er mit Leidenschaft und Akribie arbeitet: Schon zwölf Jahre nachdem er das dreistöckige Haus in der Schiffstraße für 65.000 Gulden erstanden und aus der bereits bestehenden Ringwaldschen Brauerei seine eigene gemacht hatte, platzt die Produktionsstätte mit angrenzender Wirtsstube aus allen Nähten. 1877 kauft die inzwischen als Offene Handelsgesellschaft firmierende Brauerei das Areal „Alte Ölmühle" weit vor der Stadt: Zwischen Dreisam und Schwarzwaldstraße entstehen die Produktionsstätten und die herrschaftliche Villa. Ein eigens angelegter Tiefbrunnen liefert bis heute die Basis für exzellentes Bier: reines kristallklares Quellwasser aus dem Schwarzwald. 1886 wird das florierende Unternehmen in eine Aktiengesellschaft umgewandelt und beliefert zur Jahrhundertwende Kunden in Süd- und Nordbaden sowie dem Elsass. 1906 übernimmt die zweite Generation: Sohn Hermann Ganter führt nach seinem Studium des Brauereihandwerks in Weihenstephan und einem USA-Aufenthalt marktwirtschaftliche Methoden ein, die vor allem in der Mälzerei zu neuen Betriebsabläufen führen. Die Fremdanteile der AG werden nach und nach zurück erworben und die Brauerei wieder als Familienunternehmen geführt. Der Erste Weltkrieg lässt das Absatzgebiet Elsass komplett wegbrechen, die Reparationszahlungen bringen viele Unternehmen an den Rand des Ruins. Die Brauerei überlebt, wenn auch mühsam. Der Aufschwung der „goldenen" 1920er Jahre wird durch die Weltwirtschaftskrise und den Zweiten Weltkrieg nachhaltig gestoppt. In der Nacht vom 2. Dezember 1944 zerstört ein Luftangriff die Werkstätten, das Verwaltungsgebäude und den Pferdestall. Viele Freiburger pilgern zum intakten Brunnen der Ganter-Brauerei, um sich mit Trinkwasser zu versorgen. Hermann Ganter erlebt den Wiederaufbau seines Betriebs nicht mehr. Unter der engagierten Ägide von Georg Kammermeier gelingt der Wiederaufbau mit Hilfe der Mitarbeiter und der Freiburger Bürger, die sich ihre Brauerei nicht nehmen lassen wollen. Der wirtschaftliche Aufschwung nach der Währungsreform 1948 ist auch für die Familie Ganter ein Signal: Neue Gaststätten entstehen und 1955 tritt Hermann Ganters Sohn Hans, der ab 1936 seine Ausbildung in der Brauerei absolvierte, in die Geschäftsleitung ein. Die 1960er- und 70er-Jahre sind die Blütezeit der Privatbrauerei Ganter: Die Löwenbrauerei Freiburg wird übernommen, mit der Inselbrauerei Feierling ein Kooperationsvertrag geschlossen. Investitionen in Anlagen und Räume werden getätigt und in den 1980er Jahren ein dritter Tiefbrunnen erschlossen. Heute wird das Unternehmen in vierter Generation geführt. Gemeinsam ist der Familie und den engagierten Mitarbeitern eine Renaissance der Familienbrauerei gelungen: Ganter ist wieder in Freiburg angekommen - und bei den Bürgern! Regelmäßige Events wie das „Ganter Open Air" und das Hoffest machen die Brauerei für die Freiburger transparent, der „Ganter Brauereiausschank" am Münsterplatz ist Treffpunkt für Menschen, die eine rustikale Gastlichkeit ebenso schätzen wie die authentischen Bierspezialitäten, die „Wodan-Halle" fungiert als unkonventionelle Konzert-Location. Und wenn die ersten Sonnenstrahlen zum Sonnenbad locken, dann ist klar: einer der attraktivsten Biergärten Freiburgs hat am Ufer der Dreisam wieder eröffnet! |



Das Echte im Eigenen - sechstausend Jahre nach der ersten Bierproduktion durch die Sumerer - auf einer Zeitreise ins Hier und Jetzt.